Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz – Unfallverhütung hat oberste Priorität

Weil die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz bei landwirtschaftlichen Arbeiten oberste Priorität haben, haben es sich die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zur Aufgabe gemacht, die Gesundheit und damit die Arbeitsfähigkeit der Landwirte langfristig zu erhalten.

Hierzu sollen Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen nach Möglichkeit verhindert, und die Erste Hilfe im Schadensfall sichergestellt werden. Um also die Gesundheit und das Leben, aber auch die volle Erwerbsfähigkeit der versicherten Landwirte, zu erhalten, leistet die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft wichtige Präventions- und Aufklärungsarbeit.

Technische und psychologische Unfallverhütung

So soll die Arbeitssicherheit in allen landwirtschaftlichen Betrieben in erster Linie durch eine hervorragende Unfallverhütung sichergestellt werden. Erreicht werden soll sie in erster Linie durch die technische Unfallverhütung, in deren Rahmen technische Gefahrenquellen gemieden und notwendige Schutzeinrichtungen angebracht und regelmäßig gewartet werden.

Zur regelmäßigen Prüfung aller technischen Geräte betreiben die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften eine Prüfstelle, die sämtliche Geräte bereits vor Abnahme beim Händler oder Importeur auf ihre Arbeitssicherheit prüft.

Neben der technischen Unfallverhütung spielt auch die psychologische Unfallverhütung eine wichtige Rolle in der Präventionsarbeit der Berufsgenossenschaften. In unterschiedlichen Schulungen werden Unfallgefahren beim Umgang mit Technik, aber auch mit Tieren, erläutert und das sichere Arbeitsverhalten aufgezeigt.

Lässt sich ein Arbeitsunfall einmal doch nicht verhindern, ist eine wirksame Erste Hilfe durch den Betrieb sicherzustellen. Die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften haben den Auftrag, die Mitarbeiter regelmäßig in Erster Hilfe zu schulen.

Vermeidung von Berufskrankheiten

Neben der Arbeitssicherheit im Allgemeinen gilt es auch, den Gesundheitsschutz in landwirtschaftlichen Betrieben zu gewährleisten. Hierzu gehört vor allem, die Arbeits- und Berufsfähigkeit der Mitarbeiter durch die Vermeidung von Berufskrankheiten zu erhalten.

Neben direkten Berufskrankheiten, zu denen je nach Betrieb Erkrankungen durch Chemikalien oder durch physikalische Einwirkung gehören, müssen zwingend auch die sogenannten sekundären Berufskrankheiten verhindert werden. Der Gesundheitsschutz sieht also vor, Krankheiten und Störungen, die durch die Arbeitsbedingungen verursacht werden, zu verhüten. Gemeint sind hiermit vor allem „Kollateralschäden“ wie Burnout durch dauerhaft überzogene Arbeitszeiten oder psychische Erkrankungen, aber auch körperliche Krankheiten wegen falscher Arbeitsweisen.

Sämtliche dahingehenden Aufklärungsarbeiten und die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz werden seitens der Berufsgenossenschaften von technischen Aufsichtsbeamten durchgeführt. Diese Aufsichtsbeamten sind grundsätzlich befugt, Betriebsstätten zu betreten und die Betriebsleiter zu beraten. In den meisten Fällen erarbeitet der Betriebsleiter das Besprochene erst im Anschluss mit seinen Angestellten, eine Gruppenberatung des Aufsichtsbeamten findet nur in Ausnahmefällen statt.

Mitwirkungspflicht aller Versicherten

Um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz in den Betrieben schließlich zu gewährleisten, sind alle versicherten Landwirte dazu angehalten, die Unfallverhütung im eigenen Betrieb mit Hilfe aller hierfür notwendigen Maßnahmen sicherzustellen. Das passiert hauptsächlich durch die Aufklärung der Mitarbeiter und durch Einweisungsgespräche.

Wichtig sind diese nicht nur bei neuen Mitarbeitern, vielmehr sollten Aufklärungen zur Arbeitssicherheit, zum Unfallschutz, zu Betriebsanweisungen und zu neuen Gesetzmäßigkeiten regelmäßig, mindestens aber einmal jährlich, stattfinden. Sämtliche Anweisungen müssen von den Mitarbeitern befolgt werden, denn nur im Kollektiv lässt sich die Arbeit sicher gestalten und die Gesundheit dauerhaft erhalten.

Um Unternehmer und andere Versicherte zur Einhaltung aller Vorschriften und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen anzuhalten, ahndet die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft etwaige Verstöße gegen die Unfallverhütungsvorschriften mit Geldbußen bis zu 10.000 EUR.

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