Inhalte und Hintergründe der landwirtschaftlichen Betriebsanweisungen

Betriebsanweisungen sind wichtiger Bestandteil eines jeden Unternehmens, sie geben Hinweise zur Vermeidung von Unfällen und Gesundheitsschädigungen durch Maschinen oder Giftstoffe. Im Normalfall unterliegt die Formulierung der jeweiligen Anweisungen den Unternehmen selbst, so auch im Falle der Landwirtschaft.

Jedoch gelingt es nicht jedem Betriebsleiter, präzise Anweisungen zu formulieren. Da der Arbeitsschutz natürlich dennoch gegeben sein muss, erarbeitet der TAD für landwirtschaftliche Unternehmer die jeweils benötigten Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe und Maschinen.

Laut Unfallverhütungsvorschrift muss eine Betriebsanweisung immer dann vorhanden sein, wenn Maschinen gelagert, instandgehalten, verwendet und transportiert werden, aber auch bei der Inbetriebnahme technischer Anlagen. Außerdem kann eine Betriebsanweisung auch aus einer Gebrauchsanweisung übernommen werden, bei Geräten und Maschinen ist das häufig möglich. Gefahrstoffe erfordern hingegen eine eigenständige Anweisung.

Gefahrstoffe und Chemikalien

Arbeitet ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Gefahrstoffen und Chemikalien, sieht die Gefahrstoffverordnung zwingend eine stoffbezogene Betriebsanweisung vor. Diese regelt das Verhalten und den Umgang mit gefährlichen Substanzen und setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die genauestens erläutert werden müssen:

  • die genaue Bezeichnung des jeweiligen Gefahrstoffs
  • der Geltungsbereich
  • die potentiellen Gefahren für Mensch und Natur
  • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
  • das Verhalten im Gefahrenfall
  • erste Hilfemaßnahmen
  • Hinweise zur sachgerechten Entsorgung

Betriebe, die mit mehreren Gefahrstoffen arbeiten, müssen dementsprechend mehrere Betriebsanweisungen anfertigen. Im Rahmen dieser Anweisungen sind alle Arbeitnehmer eines Betriebs hierin zu unterweisen, für gewöhnlich bei Beschäftigungsbeginn. Auch Neuerungen müssen dem Arbeitnehmer umgehend bekannt gegeben werden.

Im Laufe der Mitarbeit müssen Angestellte einmal jährlich unterwiesen werden, wobei die Betriebsanweisung immer inhaltlich und zeitlich festzuhalten ist. Diese Daten dienen später als Nachweis für die stattgefundene Betriebsanweisung.

Beispiele zu gefährlichen Stoffen und Maschinen

Insgesamt listet der TAD in seiner Datenbank derzeit weit mehr als 1000 Stoffe, die zu den Gefahrstoffen gezählt werden. Tendenz steigend, denn ständig werden neue Chemikalien fabriziert und entdeckt, von denen Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Zu jedem dieser Stoffe gibt es entsprechende Betriebsanweisungen, ebenso wie zu Maschinen, vor deren Nutzung der Arbeitnehmer zu unterweisen ist. Hierzu gehören beispielsweise Bagger, Gabelstapler und Tischbohrmaschinen.

Im konkreten Fall des Gabelstaplers warnt die Betriebsanweisung vor Gefahren durch die hohe Geschwindigkeit, vor allem in Kurven und uneinsichtigen Stellen. Weitere Gefahren sind falsch aufgenommene Lasten, Überlastung und zu enge Verkehrswege. Zu den Verhaltensregeln gehören daher die Sichtkontrolle vor jeder Nutzung des Staplers sowie die ausschließliche Nutzung von Wegen, die durch Gabelstapler befahren werden dürfen. Weiterhin regelt die Betriebsanweisung Auflagen zur Tragfähigkeit und Beladung des Staplers. Einmal jährlich muss das Gefährt zudem von einem Sachverständigen auf Betriebssicherheit geprüft werden.

Noch umfangreicher als die Betriebsanweisungen zu Maschinen sind die Anweisungen zu Gefahrstoffen wie Ac-Pur, Dieselkraftstoff, Circocon SFL, Flüssigmist, Wasserlacken und Purin ST. All diese Stoffe sind gefährlich für den Menschen und im konkreten Beispiel des Purin, einer Salpetersäure-Verbindung, kann es zu schwersten Verätzungen und dauerhaften Augenschäden kommen.

Laut Betriebsanweisung sind beim Umgang mit Purin ST Schutzhandschuhe, Gummistiefel und -schürze sowie eine Säureschutzbrille zu tragen. Die Säure ist ständig unter Verschluss aufzubewahren und darf nie gemischt werden. Im Gefahrfall muss umgehend der Notarzt verständigt und die betroffene Hautstelle zwischenzeitlich gründlichst gespült werden.

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