Was ist die landwirtschaftliche Sozialversicherung?

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung versichert innerhalb der Bundesrepublik Deutschland alle selbstständig Tätigen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie dem Gartenbau. Neben den Hauptversicherten sind, ähnlich wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung, auch deren Familienangehörige wie zum Beispiel Ehegatten und Kinder kostenlos mitversichert. Auch Angehörige, die bereits Ruhestandsgeld beziehen, können mitversichert werden.

Die LSV umfasst mehrere Bereiche und schützt Landwirte vor finanziellen Einbußen bei Arbeitsunfällen und -unfähigkeit sowie im Krankheits- und Pflegefall. Bis zur Einführung dieser Rundum-Versicherung in den 60er Jahren gab es für Bauern und Landwirte nur freiwillige Versicherungen, entsprechend schlecht war der gesundheitliche Zustand der bäuerlichen Bevölkerung. Nach und nach entstanden dann die einzelnen Bereiche der landwirtschaftlichen Sozialversicherung, bis im Jahre 1995 durch das Hinzufügen der landwirtschaftlichen Pflegeversicherung schließlich der Komplex zum agrarsozialen Sicherungssystem stand.

Obwohl das Netz der sozialen Absicherung für Landwirte, Bauern und Gärtner bereits seit über 100 Jahren existiert, konnte die landwirtschaftliche Sozialversicherung erst in den letzten Jahrzehnten zu dem ausgebaut werden, was sie heute ist, nämlich ein Sondersystem der sozialen Sicherung für die bäuerliche Landbevölkerung, das wirklich alle für diesen Berufsstand relevanten Versicherungsangebote eint.

Versicherungsangebote für Landwirte

Die Versicherung setzt sich aus einzelnen Komponenten zusammen. Wichtigster Teil ist die landwirtschaftliche Krankenversicherung, die alle Landwirte und deren mitversicherte Angehörige im Krankheitsfall finanziell absichert und eine entsprechende fachärztliche Behandlung garantiert.

Ebenfalls Bestandteil des Versicherungskomplexes sind die landwirtschaftliche Unfallversicherung, die landwirtschaftliche Pflegeversicherung und die Alterssicherung der Landwirte. Letztere stellt eine Art Rente für die ehemals selbstständigen Landwirte dar, in die während der Zeit der Arbeitsfähigkeit monatlich eingezahlt wurde. Das Prinzip ähnelt dem der gesetzlichen Rente. Unfall- und Pflegeversicherung schützen in Fällen von Arbeitsunfällen und anschließender Pflegebedürftigkeit, aber auch bei altersbedingter Pflegebedürftigkeit.

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung besteht derzeit aus neun landwirtschaftlichen Krankenkassen, die als Versicherungsträger funktionieren und sämtliche Regionen Deutschlands abdecken. Unterstützt und organisiert werden diese landwirtschaftlichen Krankenkassen vom Spitzenverband der LSV, welcher im Jahr 2009 neu gegründet wurde. Dieser Spitzenverband kontrolliert nicht nur die Rechtsgrundlagen sondern verwaltet auch die finanziellen Mittel, die eingefahren und ausgeschüttet werden.

Philosophie und Aufgaben der LSV

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung bietet ihren Versicherten und deren Mitversicherten ein umfangreiches Programm zur Absicherung gegen finanzielle Risiken, die durch Arbeitsunfall, Krankheit, Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sowie Pflegebedürftigkeit entstehen können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Alterssicherung der Bauern, die gegen Armut im Rentenalter schützt. Die Sozialversicherung der Landwirte ist nebenbei beratend tätig und bestrebt, die Arbeitssicherheit zu verbessern und damit Berufsunfälle und -krankheiten zu vermeiden, die langfristig zur Erwerbsunfähigkeit führen könnten.

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