So funktioniert die Alterssicherung der landwirtschaftlichen Alterskasse

Die landwirtschaftliche Alterskasse ist als Träger der Alterssicherung für Landwirte ein wichtiges Standbein der landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Sie zahlt allen versicherten Landwirten und deren mitversicherten Ehegatten sowie den Angehörigen mit Erreichen des Rentenalters eine Ruhestandspension.

Die Regelaltersgrenze liegt seit einigen Jahren bei einem Alter von 67 Jahren, jedoch nur für Versicherte, die nach dem Jahr 1964 geboren wurden. Wer vor 1947 geboren wurde kann also nach wie vor mit 65 Jahren in die Rente starten. Alle Jahrgänge dazwischen unterliegen einer Übergangsregelung, zu der die genauen Daten bei der landwirtschaftlichen Sozialversicherung zu erfragen sind.

Die Alterssicherung der Landwirte gestaltet sich also prinzipiell nicht anders als die klassische Rente, nur der auszahlende Träger ist ein Anderer.

Anspruch haben alle bei der SLV versicherten Unternehmer und deren Angehörige, in Einzelfällen kann die Rente auch bis zu 10 Jahre vor dem eigentlichen Rentenalter bewilligt werden. Voraussetzungen hierfür sind zum einen der ebenfalls vorzeitige Renteneintritt des mitversicherten Ehepartners und zum anderen eine 15-jährige Vorversicherungszeit. Damit soll sichergestellt werden, dass die zu berentenden Landwirte im Vorfeld in die landwirtschaftliche Alterskasse eingezahlt haben.

Der Landwirt tritt außerdem dann automatisch in die Rente ein, wenn er sein landwirtschaftliches Unternehmen abgetreten hat. Anrechenbar sind im Rahmen der 15-Jahres-Frist nicht nur die Einzahlungen an die landwirtschaftliche Alterskasse, sondern auch die Pflichtbeitragszahlungen in eine gesetzliche Rentenversicherung.

Leistungsübersicht der Altersrente

Zu den Leistungen der Alterssicherung im Rahmen der landwirtschaftlichen Sozialversicherung zählen nicht nur die Geldleistungen sondern auch die Beitragszahlungen zur Krankenversicherung. Die Beiträge hierfür werden von der Rentenzahlung einbehalten und der Krankenversicherung direkt zugeführt. Ruheständler, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, können zudem einen Zuschuss zur Monatsrente beantragen.

Die derzeitige, einheitliche Altersrente berechnet sich nach neuem Recht aus drei Faktoren:

  • der Steigerungszahl
  • dem Rentenfaktor
  • dem allgemeinen Rentenwert

Daraus resultierend variiert die Alterssicherung nach dem jeweiligen Einkommen des Landwirtes und allen bislang geleisteten Beitragszahlungen. Bei einer teilweisen Erwerbsminderung beläuft sich der Rentenfaktor auf die Hälfte, die ausgezahlte Rente wird also entsprechend nach unten angepasst.

Der allgemeine Rentenwert ist ein dynamischer Faktor, der jährlich zum 01. Juli berechnet wird.

Ost-West-Gefälle

Neben kleinen Unterschieden in der allgemeinen landwirtschaftlichen Sozialversicherung ist der Rentenwert wohl die größte Variable zwischen den neuen und den alten Bundesländern. So liegt der derzeitige Rentenwert (Stand: Juni 2012) in Westdeutschland bei 12,68 EUR und im Osten Deutschlands bei nur 11,25 EUR.

Auch die bisher geleisteten Beitragszahlungen werden unterschiedlich bewertet. Einige Alterskassen beziehen Leistungsunterbrechungen vor dem Jahre 1995 beispielsweise nicht mit in ihre Berechnungen ein. Genaue Informationen hierzu und zu den detaillierten Berechnungen geben die zuständigen Alterskassen gern.

Aufgrund der niedrigen Rentensteigerungen in Mittel- und Ostdeutschland haben versicherte Landwirte in den neuen Bundesländern seit 10 Jahren die Möglichkeit, sich eine zusätzliche private Altersvorsorge vom Staat finanziell fördern zu lassen. Ergänzend zur Alterssicherung aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse kann das Beitragsniveau so deutlich angehoben und der Ruhestandsarmut effektiv entgegen gewirkt werden.

Zu mitversicherten Ehegatten von Landwirten und Ehegatten von Leistungsbeziehern gibt es mittlerweile bundeseinheitliche Regelungen, die besagen, dass jeder Ehegatte dieselben Ansprüche auf Regelaltersrente, vorzeitige Altersrente und Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung hat.

5 Gedanken zu “Alterssicherung

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Akt.Zeichen 87-12430710 geb.26.10.1954
    ich habe kurze Zeit in die Alterskasse eingezahlt und möchte
    nun gerne Wissen ob hieraus Rente erhalte und wenn wieviel.
    Bitte um einen kurzen Bescheid.
    Mit besten Grüßen
    Elfriede Vordermayer

  2. Guten Tag, Ich brauche für das Landwirtschaftsamt mal ein neues Anschreiben,das ich von der Versicherungspflicht in der Alterssicherung der Landwirte befreit bin, das letzte anschreiben ist von 2007.Mit freundlichen Grüssen Uwe Sinast

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich möchte sie in Kenntnis setzen, daß meine Mutter Lilly Würschinger Rente 146.54-KV 21.39-PV 3.44-ZB1.32 661003 am 27.3.15 verstorben ist:
    Freundliche Grüße
    Karl Würschinger

  4. Ich habe von 1972 bis 2001 in die landw. Alterskasse einbezahlt. Dann wurde der Hof verpachtet und ich bin zur Deutschen Rentenversicherung gewechselt. Dort habe ich mit meiner Ausbildungszeit bis heute schon fast 18 Jahre bezahlt.
    Die 45 Beitragsjahre habe ich damit ja wohl erreicht.
    Meine Frage ist jetzt, ob ich vorzeitig in den Ruhestand wechseln kann ? Werden die Beitragsjahre zusammengezählt?
    Ich bin am 28.01.1951 geboren
    M.f.G.
    Bernhard Lübbers
    Denkmalstr. 2
    26826 Weener

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