Landwirte sind bei Arbeitsunfall und Berufskrankheit nicht auf sich allein gestellt

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten lassen sich leider nie gänzlich vermeiden. Umso wichtiger ist es, dass Versicherte im Schadensfall den optimalen Schutz erhalten. Die landwirtschaftliche Sozialversicherung sichert ihre Mitglieder bei einem Arbeitsunfall und auch bei einer Berufskrankheit finanziell und auch mit weiteren Hilfen ab.

Jedoch muss der Verunfallte den konventionellen Weg durchlaufen, das heißt, nach einem Arbeitsunfall oder einem Wegeunfall auf dem Arbeitsweg muss zuerst ein Durchgangsarzt aufgesucht werden. Die sogenannten D-Ärzte sind in aller Regel Chirurgen oder Orthopäden. Der D-Arzt arbeitet als Koordinator der landwirtschaftlichen Unfallversicherung, die die Behandlungskosten und eventuell auch andere Ersatzleistungen zahlt. Der Durchgangsarzt legt nach dem Arbeitsunfall die Dauer der Krankschreibung und alle notwendigen Behandlungsmaßnahmen fest.

Im selben Zuge muss der Arbeitsunfall, sofern er eine länger als drei Tage dauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht, umgehend der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Leistungsansprüche und Heilbehandlungen werden dann in die Wege geleitet.

Was sind Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten?

Als Arbeitsunfälle bezeichnet der Gesetzgeber all jene Unfälle, die die Versicherten aufgrund ihrer ausgeübten Berufstätigkeit erleiden. Daraus folgt, dass die jeweilige Arbeit die Ursache für den Unfall sein muss.

Über die landwirtschaftliche Unfallversicherung sind aber nicht nur direkte Arbeitsinhalte sondern auch im Sinne der Arbeit zurückgelegte Strecken versichert. Erleidet ein Versicherter also auf dem Arbeitsweg einen Unfall, so spricht man von einem Wegeunfall, der ebenfalls anzuzeigen ist. Auch Wartungsarbeiten an Großgeräten und Maschinen können zu Unfällen führen, die dem Versicherungsschutz unterliegen.

Wichtig: Sobald die berufliche Tätigkeit zu privaten Zwecken unterbrochen wird, werden die Voraussetzungen für die Unfallversicherung nicht mehr erfüllt, der Landwirt haftet dann privat.

Deutlich spezieller sind hingegen die Berufskrankheiten, die sich nach einer landeseinheitlichen Verordnung richten. Die Berufskrankheiten-Verordnung vom 11. Juni 2009 gibt dabei vor, bei welchen Erkrankungen es sich überhaupt um eine Berufskrankheit handelt. Grundsätzlich ist eine Krankheit nur dann eine Berufskrankheit, wenn die ausgeübte und versicherte Berufstätigkeit die Ursache der Erkrankung bildet. Auftreten kann sie insbesondere infolge eines Arbeitsunfalls.

Je nach Arbeitsbereich fallen auch Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen an Gelenken und Knochen zu klassischen Berufskrankheiten, im konkreten Fall der Landwirtschaft betrifft dies häufig Rücken- und Hüftleiden. Weiterhin bezeichnet man die durch chemische Einwirkungen und durch Metalle hervorgerufene Erkrankung als Berufskrankheit.

Hilfen und Leistungen für Versicherte

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung stellt ihren Versicherten im Falle einer Berufskrankheit oder bei einem Arbeitsunfall als wichtigste Sozialleistung eine Betriebs- und Haushaltshilfe. Dadurch wird die nahtlose Weiterführung des landwirtschaftlichen Unternehmens sichergestellt, einem finanziellen Verlust vorgebeugt. Die Betriebshilfe springt vor allem während der Zeit des Krankenhausaufenthaltes und eventueller Reha-Maßnahmen ein.

Weiterhin steht verletzten Versicherten die sogenannte Verletztenrente zu, die in den neuen Bundesländern als Verletztengeld bezeichnet wird. Mit dieser Rentenzahlung wird pauschal der Verdienstausfall beglichen, gleichzeitig funktioniert sie als eine Art Schadenersatz.

Während die Verletztenrente in Westdeutschland an eine teilweise Erwerbsunfähigkeit von mindestens 20 Prozent gekoppelt ist, erhalten versicherte Landwirte in Ostdeutschland in jedem Fall ein sogenanntes Übergangsgeld, welches für die Dauer der Förderung zur künftigen Berufsteilhabe gewährt wird. In dieser Zeit wird der Versicherte auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben vorbereitet.

Sollte ein Versicherter durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit pflegebedürftig werden, unterstützt die LSV zudem mit Pflegegeld und Pflegeleistungen.

11 Gedanken zu “Arbeitsunfall / Berufskrankheit

  1. In welcher Höhe übernimmt die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft die Kosten, wenn Antrag auf Heimpflege notwendig wird? Landwirtschaftlicher Arbeitsunfall verursacht die Pflegebedürftigkeit! hier in diesen Artikel wird nicht näher darauf eingegangen. Wer kann hier Kommentar dazu abgeben.

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