Die LSV unterstützt Landwirte bei voller und teilweiser Erwerbsminderung

Zu einer Erwerbsminderung kann es in Folge eines Unfalls, einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung kommen. Das bedeutet, dass Betroffene aufgrund plötzlicher Umstände ihre Erwerbsfähigkeit voll oder teilweise verlieren.

Die Erwerbsminderung oder -unfähigkeit unterscheidet sich grundlegend von der Berufsunfähigkeit. Berufsunfähig ist der, der seinen ursprünglichen (Lehr-)Beruf nicht mehr oder nur noch teilweise ausüben kann, aber noch umschulungsfähig ist. Bei einer Erwerbsunfähigkeit kommt nur noch der frühzeitige Einstieg in die Rente in Frage.

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung sichert ihre Klienten gegen ebendiese Fälle ab. Sie schützt ihre Versicherten und deren Angehörige in diesem Fall gegen finanzielle Verluste.

Berentung von Versicherten und Angehörigen

Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, im Weiteren EU-Rente genannt, haben alle über die LSV versicherten Landwirte und deren Ehegatten sowie Familienangehörige, die den ehemaligen Landwirtschaftsbetrieb mit bewirtschaftet haben.

Vor der Bewilligung der EU-Rente müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein, nämlich:

  • eine Erwerbsminderung im Sinne des Rentenrechts
  • eine Vorversicherungszeit von mindestens fünf Jahren
  • eine Pflichtbeitragszeit von mindestens drei Jahren
  • ein Nachweis über die Abgabe des ehemaligen Landwirtschaftsunternehmens

Die Vorversicherungs- oder auch Wartezeit von fünf Jahren wird der Gesamtversicherungszeit angerechnet. In dieser Zeit muss der erwerbsgeminderte oder -unfähige Landwirt nicht zwangsläufig in die landwirtschaftliche Alterskasse eingezahlt haben, es werden auch Beitragsleistungen im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt.

Landwirte, die ihr Unternehmen aus familiären Gründen im Rahmen der Erwerbsminderung nicht abgeben oder auflösen möchten, haben ferner die Möglichkeit, ihre landwirtschaftlich genutzten Flächen zu verpachten. Nach Rentenrecht gilt ein Betrieb auch dann als abgegeben.

Auch die Angehörigen des Versicherten, insbesondere die Ehegatten, erhalten nach bundeseinheitlichem Recht eine Absicherung bei voller oder teilweiser Erwerbsminderung. Mit einbezogen sind außerdem verheiratete Mitunternehmer und Ehepartner von Leistungsbeziehern.

Die Wartezeiten des Hauptversicherungsnehmers gelten im Rentenfall auch für den Mitversicherten, wobei die Ehe des zu berentenden Paares nachweislich ab spätestens 31. Dezember 1994 bestanden haben muss. Frisch verheiratete Paare, die nicht mehr oder nicht mehr voll erwerbsfähig sind, sollten die landesspezifischen Regelungen bei ihrer zuständigen Alterskasse erfragen.

Der Unterschied zwischen voller und teilweiser Erwerbsunfähigkeit

Grundsätzlich wird eine EU-Rente erst dann ausgezahlt, wenn eine Rehabilitation erfolglos blieb. Die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit nach Krankheit oder Unfall hat also Priorität. Renten- und Pflegekassen kommen in der Regel für entsprechende Rehabilitationsmaßnahmen auf.

Kann die Erwerbsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden, werden die Ansprüche auf volle oder teilweise EU-Rente geprüft. Voll erwerbsunfähig ist nach Rentenrecht ein Versicherter, der wegen Krankheit oder Unfall auf unvorhersehbare Zeit nicht fähig sein wird, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten. Selbiges gilt für Versicherte, deren körperliche Voraussetzungen zwar eine drei- bis sechsstündige Arbeitszeit am Tag zulassen, die aber unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes keine Anstellung mehr finden können.

Eine teilweise Erwerbsminderung liegt hingegen dann vor, wenn der Versicherte infolge von Unfall oder Erkrankung für nicht absehbare Zeit unfähig ist, täglich mehr als sechs Stunden zu arbeiten. Die EU-Rente wird dann ausgleichend zum Teilzeitlohn gezahlt.

Nach der Ost-West-Angleichung haben EU-Rentner der landwirtschaftlichen Sozialversicherung außerdem die Möglichkeit, ihre Rente durch ein Nebeneinkommen aufzustocken. Die ausgezahlten EU-Renten richten sich dann nach der Höhe des Zuverdienstes aus einer Beschäftigung, dessen Grenze jährlich neu berechnet wird.

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