Möglichkeiten der Rehabilitation in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

Rehabilitationsmaßnahmen werden im Rahmen der landwirtschaftlichen Sozialversicherung über unterschiedliche Träger finanziert und sichergestellt. Je nach Rehabilitationshintergrund springen die Alterskasse, die Unfallversicherung oder die Krankenkasse ein.

Eine Rehabilitation ist dann angezeigt, wenn es aufgrund von Unfall, Krankheit oder Behinderung zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit kommt. Wenn Versicherte also ihre landwirtschaftliche Tätigkeit nur noch begrenzt oder sogar gar nicht mehr ausüben können, unterstützen die landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger den Betroffenen mit Reha-Maßnahmen, um finanzielle und gesundheitliche Folgeschäden einzudämmen.

Die Rehabilitation richtet sich nach dem Grundsatz, die Landwirte und deren Angehörige im Schadensfall oder bei drohender Erkrankung vor einer Erwerbsunfähigkeit zu bewahren und sie bei bestehender Erkrankung wieder vollständig ins Berufs- und Gesellschaftsleben einzugliedern. Die landwirtschaftlichen Krankenkassen, die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften sowie die landwirtschaftlichen Alterskassen arbeiten dabei Hand in Hand.

Je nach Reha-Grund können die Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung von verschiedenen Trägern übernommen werden. Die Reha-Gelder der zuständigen Alterskassen richten sich so zum Beispiel an Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit bereits gemindert ist. Selbst EU-Rentner können eine Reha in Anspruch nehmen.

Die Unfallversicherung springt hingegen finanziell ein, wenn es um eine berufliche Rehabilitation geht. Das heißt, sie unterstützt den Versicherten bei der Erlangung eines festen Arbeitsplatzes, stellt gegebenenfalls Beratungs- und Vermittlungsgebühren und kommt für Trainingsmaßnahmen auf. Auch berufsvorbereitende Ausbildungen für behinderte Landwirte werden finanziell getragen.

Die Krankenkassen der landwirtschaftlichen Sozialversicherung leisten wiederum ergänzende Unterstützung im Rahmen der Reha, finanzieren beispielsweise Rehasport, Arbeitstherapien, Funktionstrainings und Patientenschulungen.

Reha-Angebote der LSV

Besteht bei einem Versicherten oder dessen Angehörigen ein akuter Rehabilitationsbedarf, finanziert die Alterskasse unterschiedliche medizinische Versorgungsleistungen, ganz gleich ob die Reha ganztags stationär oder ambulant durchgeführt wird. Die Kasse erbringt dabei Aufwendungen zur ganztägigen stationären Unterkunft, inklusive Verpflegung. In Frage kommende Einrichtungen können bei der zuständigen landwirtschaftlichen Sozialversicherung erfragt werden.

Auch medizinisch und therapeutisch gleichwertige Rehamaßnahmen werden finanziert, da ambulante Rehas auf dem Vormarsch sind. Eventuelle Anfahrtskosten zur ambulanten Reha-Stätte werden übernommen, hierzu gibt es eine bundeseinheitliche Regelung.

Leistungen zur Rehabilitation werden von der landwirtschaftlichen Alterskasse für maximal drei Wochen erbracht, wobei die Anschlussheilbehandlung (Reha) direkt nach dem Krankenhausaufenthalt stattfinden soll. Auf diese Weise werden Folgeerkrankungen verhindert und der Heilungsprozess positiv beeinflusst. Die Antragstellung auf Reha-Maßnahmen erfolgt meist bereits im Krankenhaus durch das dortige Personal.

Kinder, Süchtige und Krebskranke

Besonderes Augenmerk legen die landwirtschaftlichen Alters- und Krankenkassen sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern auf eine angemessene und zügige Rehabilitation bei Kindern, abhängigen Versicherten und Krebskranken.

Speziell mitversicherten Kindern steht eine frühzeitige Krankheitserkennung und die prompte Behandlung zu, um chronische Krankheiten und eine Erwerbsunfähigkeit im Erwachsenenalter zu vermeiden. Im Rahmen der Kinderheilbehandlungen werden Rehabilitationsleistungen für Kinder von versicherten Landwirten und Beziehern der landwirtschaftlichen Altersrente bewilligt.

Ein weiterer Schwerpunkt sind onkologische Nach- und Festigungskuren. Zu den postoperativen Leistungen nach der Entfernung bösartiger Tumore gehören zum Beispiel Maßnahmen, die den Gesundheitszustand nachhaltig positiv beeinflussen. Diese Leistungen werden auch erbracht, wenn anschließend nicht mit wiederhergestellter Erwerbsfähigkeit zu rechnen ist.

Abschließend trägt die LSV auch entsprechende Entwöhnungsmaßnahmen bei suchtkranken Versicherten. Ziele sind der Entzug und die dauerhafte Abstinenz des Versicherungsnehmers.

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