Landwirtschaftliche Sozialversicherung – Leistungen und Hilfen im Todesfall

Der Tod eines Familienangehörigen stellt für die Hinterbliebenen einen schweren Einschnitt ins Leben dar, sowohl emotional als auch wirtschaftlich und zukunftsperspektivisch. In solch schweren Zeiten sichert die landwirtschaftliche Sozialversicherung den Hinterbliebenen des verstorbenen Versicherten Unterstützung in Form finanzieller Aufwendungen zu.

Die Leistungen im Todesfall beziehen sich dabei nicht nur auf die konventionelle Witwenrente, sondern auch auf Waisenrenten für hinterbliebene Kinder und Versicherungsschutz für die Familie. Hand in Hand erarbeiten die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft und die landwirtschaftliche Alterskasse den optimalen Finanz- und Versicherungsplan für die Hinterbliebenen des Hauptversicherten.

Voraussetzungen für die Witwenrente

Als Grundsicherung bietet die Alterskasse dem hinterbliebenen Ehepartner im Todesfall des Versicherten eine Witwenrente. Berentungsfähig sind demnach Ehepartner, die nach dem Tod des Versicherten nicht erneut geheiratet haben und nicht selbst Landwirt sind, respektive das landwirtschaftliche Unternehmen geschlossen oder abgegeben wurde. Ferner wird bei der Berechnung berücksichtigt, ob ein minderjähriges Kind erzogen wird und die Witwe oder der Witwer bereits älter als 45 Jahre ist.

Zu beachten ist, dass die Witwenrente im Todesfall nur dann gewährt wird, wenn die Ehe mindestens ein Jahr vor dem Tod des Ehepartners bestanden hat. Die LSV stellt so sicher, dass der Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung nicht missbraucht wird und somit alleiniger Eheschließungsgrund war. Witwer ist nach deutschem Rentenrecht zudem nur, wer auch nach dem Tod des Partners unverheiratet bleibt.

Voraussetzungen für die Waisenrente

Für hinterbliebene Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sieht die landwirtschaftliche Alterskasse eine Waisenrente vor. Bundeseinheitliche Zusatzregelungen sichern zudem hinterbliebene Kinder bis zum 27. Lebensjahr mit Waisenrente ab, wenn sie bis dahin nachweislich in schulischer, beruflicher oder akademischer Ausbildung sind, ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren, oder sich wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht selbst unterhalten können. Die Waisenrente wird auch dann gezahlt, wenn das Kind durch eine zweite Familie aufgenommen und adoptiert wird.

Zu unterscheiden ist zwischen der Halbwaisen- und der Vollwaisenrente. Letztere wird hinterbliebenen Kindern nur im Todesfall beider Elternteile zugesichert. Als Waisen werden in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sowohl die leiblichen als auch die adoptierten Kinder sowie Stiefkinder und Enkel angesehen, sofern sie hauptsächlich vom Verstorbenen unterhalten worden sind.

Berechnung der Witwen- und Waisenrente und Zuschüsse

Sowohl die Witwen- als auch die Waisenrenten berechnen sich ähnlich wie die Alters- und Berufsunfähigkeitsrenten, setzen sich also aus der Steigerungszahl, dem allgemeinen Rentenwert und dem Rentenfaktor zusammen.

Der Rentenfaktor liegt in der Hinterbliebenenversorgung bei 0,6, bei der Halbwaisenrente lediglich bei 0,2. Eventuelles Einkommen der Hinterbliebenen wird bei der Berechnung der Renten berücksichtigt.

Auf Antragstellung werden von der Alterskasse zudem Zuschüsse zu wichtigen Versicherungen, insbesondere der Kranken- und der Pflegeversicherung, gewährt.

Eine weitere Absicherung des Hinterbliebenen stellen das Sterbegeld und die Überführungskosten dar, die beim Todesfall in Folge eines Arbeitsunfalls gezahlt werden.

Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften

Seit dem 01. Januar 2005 sieht das Gleichstellungsgesetz sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland eine Hinterbliebenenversorgung für eingetragene Lebenspartner und deren Kinder vor. Damit ist die gleichgeschlechtliche Ehe der normalen Ehe heute im Renten- und Hinterbliebenenrecht gleichgestellt.

Im Todesfall eines homosexuellen Landwirtes erhält der Lebenspartner also denselben Witwenrentensatz wie ein gegengeschlechtlicher Hinterbliebener auch. Mit eingeschlossen in diese Regelung sind auch Familienangehörige und Kinder des eingetragenen Lebenspartners.

Ein Gedanke zu “Todesfall

  1. Vielen ist garnicht klar, was einem im Falle eines Todes tatsächlich zusteht. Da sind solche Informationen, wie hier, doch eine sehr große Hilfe, denn viele sind oftmals auf diese finanzielle Hilfe angewiesen.

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