Sinn und Unsinn von Monokulturen in der Landwirtschaft

Für die einen sind Monokulturen ein Inbegriff landwirtschaftlicher Höchstleistung und wirtschaftlicher Effektivität, andere sehen darin nur eine ökologisch bedenkliche Eintönigkeit versinnbildlicht. In ihrer heutigen Form sind Monokulturen in der Landwirtschaft ein Ergebnis der Neuerungen des 20. Jahrhunderts. Ihre Ursprünge liegen allerdings Jahrtausende zurück.

Landwirtschaft von den alten Sumerern bis heute

Um das Jahr 5000 v. Chr. erreichten die Sumerer auf dem Gebiet des heutigen Irak einen Qualitätssprung in der Nutzung des Bodens zum Anbau von Kulturpflanzen. Wesentlich dafür waren drei Faktoren: ein planmäßiges und effektives Bewässerungssystem, die großflächige Aussaat einzelner Pflanzenarten – also Monokulturen – und der Einsatz spezialisierter Arbeitskräfte.

Im antiken Rom setzte sich dann die Zweifelderwirtschaft durch. Jeweils die Hälfte des Ackers lag ein Jahr brach und konnte sich regenerieren, während die zweite Hälfte bestellt wurde. Im Mittelalter entwickelte sich dieses System zur Dreifelderwirtschaft weiter, bei der je ein Drittel der Ackerfläche brach lag, während auf dem zweiten Drittel Sommergetreide kultiviert wurde und auf dem dritten Drittel Wintergetreide.

Zwei Neuerungen machten landwirtschaftliche Monokulturen dann endgültig zur bevorzugten Anbauform: im 19. Jahrhundert der Einsatz von Erntemaschinen in den USA; und zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Erfindung von synthetischem Stickstoffdünger. Während die Maschinen die Ernte rationalisierten, ermöglichte die Verwendung moderner Dünger die permanente Bestellung derselben Ackerfläche mit derselben Nutzpflanze.

Vor und Nachteile von Monokulturen in der Landwirtschaft

Die Effizienz und der Ertragreichtum moderner Monokultur in der Landwirtschaft ist unbestritten, ebenso der wichtige Beitrag, den sie historisch in der Nahrungsmittelversorgung geleistet hat. Dennoch steht diese Form der Feldbewirtschaftung in der Kritik. Monokulturen, so der Vorwurf, zerstören den Artenreichtum des Bodens. Der natürliche Schutz der Pflanzen durch Nützlinge entfällt, was den Einsatz von Pestiziden notwendig macht, die wiederum Nahrungsmittel und das Grundwasser belasten. Zudem könne die Resistenz einzelner Schädlinge gegen Pflanzenschutzmittel zu massiven Ernteausfällen führen.

Indirekt betroffen von der Kritik ist auch die Verwendung genetisch optimierter Pflanzen, deren Auswirkungen auf die Ökosysteme nicht abzusehen seien. Dieser Aspekt stößt vor allem in Europa auf große Resonanz, während in Nordamerika der Vorwurf der Genmanipulation weit weniger stark artikuliert wird.

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